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Kirche

Geschichte der christlichen Sakralbauten

Die Geschichte der christlichen Kreuznacher Sakralbauten beginnt auf dem Gelände des ehemaligen Römerkastells, wo für das 8. Jh. n. Chr. eine dem hl. Martin geweihte Kirche nachgewiesen werden kann. Der hl. Martin ist der Schutzheilige des gesamten Erzbistums Mainz und des Mainzer Doms und daher in der Rhein-Nahe-Region der am häufigsten anzutreffende Kirchenpatron.
Im Jahre 745 schenkte der Frankenherrscher Karlmann diese Martinskirche dem Hochstift Würzburg. Nach der Zerstörung durch die Normannen wurde sie wieder aufgebaut und nun dem hl. Kilian, dem Schutzpatron Frankens, geweiht. Bis 1332 war sie die einzige Pfarrkirche des mittelalterlichen Kreuznach, dann wurden die Pfarrrechte auf die seit etwa 1310 durch die Grafen von Sponheim errichtete "Wörthkirche" (Pfarrkirche Unserer Lieben Frauen, heute Pauluskirche) übertragen.

Bereits 1140 stiftete Rheingraf Wolfram vom Stein westlich des Stadtgebiets das Augustinerinnen- Kloster St. Peter. Im Gefolge der Reformation wurde es säkularisiert und gelangte 1673 in den Besitz Marias von Oranien, der Witwe des Pfalzgrafen Ludwig Heinrich von Pfalz-Simmern. Maria richtete auf dem Klostergelände einen Gutshof mit großer Milchwirtschaft ein, der nach ihr Oranienhof genannt wurde. 

Auch die Grafen von Sponheim stifteten ihr eigenes Kloster. Graf Simon I. und seine Frau Adelheid übertrugen im Jahr 1281 dem Karmeliterorden eine noch im Bau befindliche , dem hl. Nikolaus geweihte Kapelle mit der Verpflichtung, dort ein Kloster einzurichten. In der Folge entstand dort die Nikolauskirche, die vor allem im 14. und 15. Jh. ihre heutige Gestalt fand. Nach schweren Beschädigungen durch französische Truppen während des pfälzischen Erbfolgekrieges 1689 erhielt die Kirche eine barocke Ausstattung (Hochaltar 1727). Diese wurde am Anfang des 20. Jhs. im Zuge einer durchgreifenden Restaurierung weitgehend wieder entfernt. Erhalten blieb nur das barocke Schnitzwerk an der Kommunionbank, an den Kirchenbänken und an der Emporenbrüstung. Im Jahre 1905 erhielt das Gotteshaus in der Südwestecke einen repräsentativen Turm. In der Sakristei wird ein bedeutendes Kreuzreliquiar aus dem 14. Jh. aufbewahrt.

Das dritte Kloster Kreuznachs stifteten Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz und Pfalzgraf Friedrich von Pfalz-Simmern in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Geweiht wurde das Kloster dem heiligen Wolfgang, der bis 964 an der Trierer Domschule lehrte und danach Bischof von Regensburg wurde. Der als Schutzheiliger der Eltern und Erzieher verehrte Geistliche starb 994. Auch Franz von Sickingen setzte die Klosterförderung fort. Seine Ehefrau, Hedwig von Flörsheim, ist in dem heute als Bibliothek genutzten Chor der Klosterkirche beigesetzt. 1556 wurden die Franziskaner durch den evangelisch gewordenen kurpfälzischen Landesherrn vertrieben, konnten aber während des 30jährigen Krieges für kurze Zeit zurückkehren. Ab 1632 diente das Kloster dann als Hospital, woran der Straßenname "Hospitalgasse" erinnert. 1685 wurde das Kloster wieder eröffnet, doch schon kurze Zeit später im pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört. Im Jahr 1700 erfolgte die Grundsteinlegung zu einem barocken Neubau. 1802 wurde das Kloster säkularisiert und diente anschließend schulischen Zwecken, zunächst als französisches Collège, ab 1819 als Königlich-Preußisches Gymnasium, das als "Gymnasium an der Stadtmauer" bis heute besteht.
Auszug aus den "Bad Kreuznacher Heimatblättern" Nr. 4/2008, verfasst von Dr. Horst Silbermann

zum Herunterladen: Kirchenführer Hl.-Kreuz