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"Das Beste ist gerade gut
genug, wenn ein Haus f�r Gott gebaut wird." (Prof. Dr. Rainer Volk, Vors. des evg. Kirchentages).
Der Kirchbau
Die Ostwand der Kirche misst 36 m, die Tiefe 23 m, die
H�he 7 m. Der in seiner H�he der umliegenden Bebauung angepasste,
gedrungen und wuchtig wirkende Glockenturm kennzeichnet nach
au�en den Kirchenbereich und fordert dazu auf, sich in die Geborgenheit
Gottes zu begeben. Von dem erh�hten Standplatz des porticus an der
Holbeinstra�e f�hrt eine breite Treppe zu dem tiefer gelegenen Eingang der
Kirche. Beim Betreten des Gotteshauses sieht man rechts den
Grundstein mit seiner Beschriftung. Einen zweiten und dritten Eingang
zur Kirche �ber einen Lichthof finden wir von der D�rerstra�e her. Links
vom Portikuseingang befindet sich die kleine Beichtkapelle, in der zur
Besinnung und inneren Erneuerung eingeladen wird. Der Kirchenraum ist
�bersichtlich gegliedert. Bei der Gestaltung ist �berfl�ssiges weggelassen
worden; die Architektur flie�t in ein Kunstwerk �ber. Bezeichnend ist auch
die Art und Weise des Ausbaus des Daches, das durch keinen Pfeiler oder
S�ule getragen wird. Somit ist der Blick frei auf das Holz, das Zeichen
des Lebens . Details sind sichtbar, nichts ist kaschiert.Die Kirche ist
ein St�ck Ehrlichkeit und Klarheit, aber auch ein St�ck des Geistes und
des neuen Lebens, wie Prof. Dr. Rainer Volk beschreibt. Die Kirche ist im
System des Mantelbaus gebaut mit vier Toren, die auf das Zentrum, das
Heiligtum, hinweisen. Der Mantel schlie�t mit einer sogenannten Spange zu
dem den Raum beherrschenden Fenster ( entworfen von dem
Glasmaler Prof. Johannes Schreiter aus Langen/ Hessen) an der Ostwand hin
( Zitat von Architekt Th. Stahlheber). Die Linien des Raumes zielen auf
den Altarbereich hin, der von der Lukarne �ber dem wei�en Marmorteppich
sein nat�rliches Licht erh�lt. Er liegt vor der breiten Ostwand. Die
Holzdecke des Raumes und das ganze Dach ruhen auf den Holzst�tzen und den
in Rechteckform angebrachten Leimbindern. Gegen�ber dem Altar sind der
Chor und die Orgel untergebracht. Der Altar (aus dem
Atelier von Kubach- Wilmsen) ist der geistige Mittelpunkt des Raumes.
Die Altarpalette ist aus Muschelkalkstein herausgehauen;
sie l�sst an allen vier Seiten ein franziskanisches �T� erkennen. Mit dem
auf einer einstufigen Erh�hung stehenden Altar ist das in der Apside
befindliche Tabernakel durch einen 2cm breiten
Messingstreifen im Boden verbunden. Symbolisch soll hiermit die
Verbundenheit zwischen Altar und dem Aufbewahrungsort des Allerheiligsten
ausgedr�ckt werden. Dieses Tabernakel deutet einen Lebensbaum mit nach
vorn ge�ffneter Rindenh�lle an, bereit, Christus zu tragen.. Der
Ambo ist von gleichem Material wie Altar und Tabernakel. Er
symbolisiert ein Steinbuch, das die Geschichte der Sch�pfung wiedergeben
soll. Hier wird Gottes Wort verk�ndet. Der Taufstein
stellt eine Spirale dar, deren Linien �ber den Stein nach oben laufen,
aber auch wieder zur�ck f�hren. Sie soll deutlich machen, dass der
Getaufte in die Gemeinde Christi hineingetauft wird. Zugleich verweist sie
auf die Verantwortung der Gemeinde f�r den hier Getauften.
Die Orgel ist von der Firma Oberlinger in Windesheim gebaut.
(http://www.oberlinger.de
Die Messinglinie vom Altar zum Tabernakel setzt sich nach
au�en fort hin zu einem groben Steinblock aus Muschelkalk, der auf
alttestamentliche Opfer hinweist, die wiederum zu dem neutestamentlichen,
einzigartigen Opfer Christi hinf�hren. Das gesamte Bauwerk hat viele
Fenster- und T�r�ffnungen, Symbol daf�r, dass die Kirche offene Fenster
und T�ren zur Welt hin haben muss. Eine von diesen T�ren f�hrt von der
Kirche in das Foyer. Dieses hat die Funktion, die Gemeinder�ume mit dem
Kirchenraum zu verbinden. So wird aus der Gottesdienstgemeinschaft eine
Lebensgemeinschaft. Die Vielgestaltigkeit des Baukomplexes ist
zusammengehalten durch das gleiche hervorstechende Baumaterial: rote
Backsteine. Die einfache Fassadengliederung mit sorgf�ltig gew�hlten
Proportionen bewirkt eine Verdichtung des Bauk�rpers, der �ffentlichen
Charakter als Kirchengemeindezentrum hat. Die Erschlie�ungsbereiche durch
das Foyer sind vielschichtig differenziert und f�hren zu interessant
gestalteten Angeboten f�r das Gemeindeleben. Mit dieser L�sung ist der
Architekt auf die W�nsche der Gemeinde, in der Auslobung formuliert,
eingegangen.
Das St.
Franziskus- Fenster von Johannes Schreiter:
Gott gab mir Worte des hl.
Franziskus am Tabernakel
Die linke Bildh�lfte des Fensters ist von tristem Grau
erf�llt, w�hrend die rechte Seite von dem Blau, der Farbe der Gnade und
des Himmels gepr�gt ist. Am oberen Rand der rechten Bildh�lfte fangen die
gr�nen Kerben die Lebensb�ume des Altarraumes auf.
Franziskus urteilt �ber sein Leben bis etwa zum
f�nfundzwanzigsten Jahr: "Als ich noch in S�nden lebte", und nennt diese
Zeit als in beklagenswerter Weise verloren und vergeudet. So w�chst in dem
grauen Feld sein Lebensbaum dunkel, von schwarzen Querlinien rastlosen
Suchens durchzogen, empor. Etwa in der H�lfte seines Lebens - er wurde ja
nur 44 Jahre alt -wird das Dunkel von hellen Flecken durchbrochen, von
Linien, die sich zu dem blauen Strich im grauen Feld hin recken. Diesen
kann man deuten als Ort der Gnade in dieser Welt, - Kirche? - , nach dem
hin Franziskus sich zu strecken sucht.
Das Eingreifen Gottes in sein Leben dr�ckt Franziskus mit
den Worten aus: "Gott gab mir". Wir finden dieses Wort dargestellt in dem
blauen oberen Eckpunkt der Franziskuss�ule, die sein Leben, das zwar auch
noch dunkle Stellen aufweist, zu sich zieht. Die S�ule seines
selbstgef�lligen Daseins wird von oben her aufgerissen, aufgehellt. Die
Hand Gottes griff nach ihm, machte ihn zum B��enden, zum Suchenden und
f�hrte ihn hin zu Gott, ohne ihn freilich aus dem Grau dieser Welt zu
l�sen. So bleibt er beispielsweise mit dem Aussatz konfrontiert; in jungen
Jahren hatte er Ekel vor den Auss�tzigen empfunden, der gepflegte
Sch�nling; der Tuchmachersohn aus Assisi ertrug den stinkenden Geruch der
Auss�tzigen nicht. Jetzt, nach seiner inneren Umkehr, trifft er zwar
weiterhin auf dieselben Ph�nomene dieser Welt, aber nun hat der Herr
selbst ihn dahin gef�hrt, diese Menschen anzunehmen, Mitleid mit ihnen zu
haben; er gibt ihnen seine Geldb�rse, ja er k�sst sie "mit gl�hender
Inbrunst". Dieser Lebensbaum des Franziskus wandelt sich nicht
pl�tzlich um in eine zum Blauen hin und vom Blauen her durchzuckte S�ule;
sie bleibt im Grauen, wird aber zum Blau hingezogen. Kontakte zum Reich
der Gnade sind deutlich sichtbar. Die Heiligkeit des Franziskus ist keine
selbsterworbene Heiligkeit - was f�r jeden Heiligen gilt -, sondern eine
von Gott geschenkte Heilserfahrung. Und so k�nnte man die blaue schmale
Linie auch deuten als den kleinen Gnadenstrom , der von seinem Leben
ausgeht und der sich in dem Aufbau des Kirchleins von St. Damian und der
daraus dann von ihm gedeuteten Berufung zum Aufbau einer lebenden Kirche,
n�mlich der Ordensgemeinschaft, darstellt.
Dass die anderen Menschen alles, was er tat, als Wahnsinn und
Verr�cktheit sahen, Franziskus als den heiligen Toren betrachteten, dr�ckt
sich in der Durchfurchung und Verzackung etwa der Mitte der
Franziskuss�ule aus. In Niedrigkeit zu dienen, Geringster unter den
Br�dern (Mt. 25, 40) zu sein, das war nun sein Lebensprogramm. Deswegen
nennt er auch seine Bruderschaft den Orden der Geringen Br�der,
Minderbr�der, Minoriten.
Sei gelobt, mein Herr, durch jene, die verzeihen aus Liebe zu
Dir und Elend tragen und M�hsal.
Selig jene, die dulden in Frieden,weil sie von Dir o H�chster, die
Krone empfangen.
(Freie Bildmeditation von Ewald Kirschner)
Fenster der Beichtkapelle
Auch das Kuppelfenster in der Beichtkapelle der St. Franziskuskirche
ist ein Werk von Johannes Schreiter. Es rei�t den beengenden Raum nach
oben hin aus. Es ist der Wegweiser aus der Enge dieses Beichtzimmers in
die himmlische Weite, in die sonnen�berflutete H�he, in das hoffnungsvolle
Licht, das Gott mir mit seinem Gnadengebot schenkt. Ich betrete die
Kapelle mit gesenktem Haupt, beladen mit Schuld. Es folgen Reue und
Bekenntnis.
Nun, da ich frei bin von Schuld, freigesprochen durch die Gnade Gottes,
erlebe ich die froh machende Unschuld wie in der Helligkeit der sich nach
oben hin weitenden �ffnung zum Himmel. In dieser Stimmung gehe ich hinaus
in meine Welt, voller Zuversicht und Hoffnung auf ein mit Gottes Hilfe
besser gelingendes Leben.

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