Geschichte  der St. Nikolauskirche

ENTSTEHUNG UND BAUGESCHICHTE:

Die Sankt-Nikolaus-Kirche ist ein bedeutendes Zeugnis der mittelalterlichen mittelrheinischen Baukunst.

  • 1266 erstmalig erwähnt von Erzbischof Werner von Eppstein zu Mainz

  • 1281 Graf Johann und seine Frau Aleyde von Leiningen schenken die �basilica  Sancti Nicolai� dem Karmeliterorden, der die Kirche und das bald entstehende Kloster mit einer Unterbrechung von 1564 bis1636 bis  zur Säkularisation 1802 hütet.

  • 1332 Die Sponheimer Grafen errichten �die Kirche auf dem Wörth� (heute Pauluskirche) als Stadtkirche für die Bewohner beiderseits der Nahe. Daher beschränkte sich die Seelsorge der Karmeliter auf die Neustadt und die Leitung der Lateinschule.

  • 1565 hob der reformierte pfälzische Landesherr das Kloster auf.

  • 1620 besetzten zuerst die Spanier (General Spinola),

  • 1632 die Schweden (König Gustav Adolf) Stadt und Kloster.

  • 1652 Im Religionsvergleich zwischen der reformierten Pfalz und dem katholischen Baden entsteht für St. Nikolaus ein Simultaneum bis 1688. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg verwüstete Ludwig XIV. Stadt und Kirche.

  • 1708 Von nun an gehören Stadt und Kirche der zum Katholizismus zurückgekehrten Landesherrschaft Kurpfalz. Jetzt blühen Kirche Kloster und Schule wieder auf. Doch die mit der französischen Revolution verbundene Eroberung der linksrheinischen Lande und die Säkularisation aller Klöster beenden das segensreiche Wirken der Brüder vom Orden der Seligsten Jungfrau Maria vom Berge Carmel.

  •  Das Kloster geht in Gemeindebesitz über.

  • 1897 bis 1905 St. Nikolaus wurde gründlich renoviert u. a. errichtet man den Turm (ca. 50m).

  • 1895-1897 stiftet man als zweite Pfarrkirche Hl. Kreuz in der Altstadt.

  • 1910 erhält die Kirche eine elektrische Beleuchtung und eine Turmuhr.

  • 1954 Von nun an erfolgten immer wieder Instandsetzungen, die

  • 1965 mit der Umgestaltung des Chorraumes zum Abschluss kamen.

  • 1978 fassten Pastor Heinz Brubach und der Pfarrgemeinderat den Entschluss zur intensiven Restauration, die die Kirche in ihrer gegenwärtigen Gestalt zeigt.

  • Maße der Kirche:
    Hauptschiff: 46 m lang, 6 m breit
    Chor: 15 m lang, ca. 7 m breit
    Höhe: 15,5 m
    Seitenschiffe: ca. je 4,70 m breit

     

    Geschichte der KIRCHENMUSIK in St. Nikolaus:

     

    Mit der Übergabe der �Basilica Sti. Nicolaum" an die Karmeliterpatres im Jahre 1281 hielt die Gregorianik bestimmt auch hier ihren Einzug .

    Doch mit der Gründung des Lateinischen Gymnasiums 1443 dürften von

    diesem Zeitpunkt an auch Knaben den Chordienst mit versehen haben.

    Eine erste Erwähnung der �Singknaben" gibt es im Jahr 1550.

    Um diese Zeit wird wohl auch die erste Orgel in der Kirche ihre Aufstellung

    gefunden haben. Im laufe des Dreißigjährigen Krieges wurde die Schule aufgelöst.

    Doch schon 1689 übernahmen die Karmeliter wieder die Unterrichtung von Jungen auf eigene Kosten. Der erste uns bekannte Organist und Lehrer war

    (seit 1696?) Johann Münzentaler.

    Sicher sind durch den Unterricht � in der Choral und Figural-music" viele uns heute

    leider verloren gegangen Werke zum Lobe Gottes musiziert worden.

    Doch mit der Säkularisation des Klosters 28. Juli 1802 endete dieses Wirken.

     

    Der �Cäcilienverein":

     

    Nach einer Wallfahrt im Sommer des Jahres 1844 wurde unter Dechant Franz Rummel im November der Beschluß gefaßt, die musica sacra auch für St. Nikolaus ins Leben zu rufen und einen Chor zu gründen. Da dies kurz vor dem �Cäcilientag" (22. 11.) geschah, gab man in kluger Voraussicht dem Chor den Namen �Cäcilienverein".

    Das einjährige Bestehen wurde in � Kiskis Saale mit Nachtessen und Ball" begangen. Es kamen mehr als 150 Personen zusammen und � es währte bis � 1. Die Geistlichkeit nahm keinen Teil daran."

    Der Cäcilienverein lebte, und sein Wirken vollzog sich in einer gewissen Stille.

    Der Chor wuchs unter der Leitung des akademischen Musiklehrers Ernst Schönborn (1917-1942) von ca. 30 auf über 70 Mitglieder an.

    In der renovierten Kirche an der neu errichteten Orgel (M. Körfer 1905) spielten bekannte Organisten wie Prof. Johannes Bachem, Hermann Schröder, Albert Bröker u.a.. Im Kurtheater kamen Oratorien zur Aufführung, so z.B.: �Das Marienleben" im Beisein des Komponisten August Othegraven (1920), und �Das Lied von der Glocke" (Romberg).

    In St. Nikolaus wurde 1935 das Oratorium �Sancta Elisabeth" von Franz Philipp aufgeführt. Und es wurde zu einem großen religiösen Erlebnis.

    Grossangelegte Messen, meist mit Orchesterbegleitung, verschönten den Gottesdienst. So kam 1917, als das große Hauptquartier hier weilte, die �Loreto-Messe" von V. Goller zu ihrer Erstaufführung. Unterstützt von Sängern und Musikern des Militärs. Da man wegen des Krieges 1944 das 100 jährige Jubiläum nicht feiern konnte, wurde dieses unter der Stabführung des damaligen Chorleiters Rudolf Pulch Weihnachten 1945 nachgeholt. Die von Chorleiter Alfred Alfs ins Leben gerufene Knabenschola (1948) fand in den musikalischen Andachten große Bewunderung, vor allem die von ihm verpflichteten Künstler an der Orgel, wie Domorganist Paul Schuh und Martin Koster.

    Der von Dechant Hofmann 1954 berufene Chorleiter und Organist Fridel Grenz ging mutig an die Arbeit, den seit dem zweiten Weltkrieg sehr ausgedünnten Chor, wieder sangesfroh zu machen. Die musikalischen Andachten wurden fortgesetzt, unter Mitwirkung von Domkapellmeister Paul Schuh und Hans Kohn an der Orgel. Ein Höhepunkt war die zu Weihnachten 1965 aufgeführte �Missa brevis" D-Dur von W. A. Mozart für Soli, Chor und Orgel.

     

    Nach dem II. Vatikanischen Konzil:

     

    � Die Kirchenchöre vollziehen einen wahrhaft liturgischen Dienst.--- Der Schatz der Kirchenmusik möge mit grösster Sorgfalt bewahrt und gepflegt werden. Die Kirchenchöre sollen nachdrücklich gefördert werden."

    Chorleiter waren:

    - bis ca. 1885 Leonhard Heinrich Wolf

    Heinrich Daniel sen.

    Heinrich Daniel jun. bis 1916

    Ernst Schönborn 1917-1942

    Mathilde Buchholz

    Rudolf Pulch- 1945

    H. Brucker �1948

    A. Alfs �1954

    F. Grenz 1954-1997

    Agathe Weyer 1998-2000
    Markus Maximilian Jungert