Geschichte
der KIRCHENMUSIK in St. Nikolaus:
Mit der Übergabe der
�Basilica Sti. Nicolaum" an die Karmeliterpatres im Jahre 1281 hielt die
Gregorianik bestimmt auch hier ihren Einzug .
Doch mit der Gründung
des Lateinischen Gymnasiums 1443 dürften von
diesem Zeitpunkt an
auch Knaben den Chordienst mit versehen haben.
Eine erste Erwähnung
der �Singknaben" gibt es im Jahr 1550.
Um diese Zeit wird wohl
auch die erste Orgel in der Kirche ihre Aufstellung
gefunden haben. Im
laufe des Dreißigjährigen Krieges wurde die Schule aufgelöst.
Doch schon 1689
übernahmen die Karmeliter wieder die Unterrichtung von Jungen auf eigene
Kosten. Der erste uns bekannte Organist und Lehrer war
(seit 1696?) Johann
Münzentaler.
Sicher sind durch den
Unterricht � in der Choral und Figural-music" viele uns heute
leider verloren
gegangen Werke zum Lobe Gottes musiziert worden.
Doch mit der
Säkularisation des Klosters 28. Juli 1802 endete dieses Wirken.
Der
�Cäcilienverein":
Nach einer Wallfahrt im
Sommer des Jahres 1844 wurde unter Dechant Franz Rummel im November der
Beschluß gefaßt, die musica sacra auch für St. Nikolaus ins Leben zu rufen
und einen Chor zu gründen. Da dies kurz vor dem �Cäcilientag" (22. 11.)
geschah, gab man in kluger Voraussicht dem Chor den Namen �Cäcilienverein".
Das einjährige
Bestehen wurde in � Kiskis Saale mit Nachtessen und Ball" begangen. Es
kamen mehr als 150 Personen zusammen und � es währte bis � 1. Die
Geistlichkeit nahm keinen Teil daran."
Der Cäcilienverein
lebte, und sein Wirken vollzog sich in einer gewissen Stille.
Der Chor wuchs unter
der Leitung des akademischen Musiklehrers Ernst Schönborn (1917-1942) von ca.
30 auf über 70 Mitglieder an.
In der renovierten
Kirche an der neu errichteten Orgel (M. Körfer 1905) spielten bekannte
Organisten wie Prof. Johannes Bachem, Hermann Schröder, Albert Bröker u.a.. Im
Kurtheater kamen Oratorien zur Aufführung, so z.B.: �Das Marienleben" im
Beisein des Komponisten August Othegraven (1920), und �Das Lied von der
Glocke" (Romberg).
In St. Nikolaus wurde
1935 das Oratorium �Sancta Elisabeth" von Franz Philipp aufgeführt. Und
es wurde zu einem großen religiösen Erlebnis.
Grossangelegte Messen,
meist mit Orchesterbegleitung, verschönten den Gottesdienst. So kam 1917, als
das große Hauptquartier hier weilte, die �Loreto-Messe" von V. Goller zu
ihrer Erstaufführung. Unterstützt von Sängern und Musikern des Militärs. Da
man wegen des Krieges 1944 das 100 jährige Jubiläum nicht feiern konnte, wurde
dieses unter der Stabführung des damaligen Chorleiters Rudolf Pulch Weihnachten
1945 nachgeholt. Die von Chorleiter Alfred Alfs ins Leben gerufene Knabenschola
(1948) fand in den musikalischen Andachten große Bewunderung, vor allem die von
ihm verpflichteten Künstler an der Orgel, wie Domorganist Paul Schuh und Martin
Koster.
Der von Dechant Hofmann
1954 berufene Chorleiter und Organist Fridel Grenz ging mutig an die Arbeit, den
seit dem zweiten Weltkrieg sehr ausgedünnten Chor, wieder sangesfroh zu machen.
Die musikalischen Andachten wurden fortgesetzt, unter Mitwirkung von
Domkapellmeister Paul Schuh und Hans Kohn an der Orgel. Ein Höhepunkt war die
zu Weihnachten 1965 aufgeführte �Missa brevis" D-Dur von W. A. Mozart
für Soli, Chor und Orgel.
Nach
dem II. Vatikanischen Konzil:
� Die Kirchenchöre
vollziehen einen wahrhaft liturgischen Dienst.--- Der Schatz der Kirchenmusik
möge mit grösster Sorgfalt bewahrt und gepflegt werden. Die Kirchenchöre
sollen nachdrücklich gefördert werden."
Chorleiter waren:
- bis ca. 1885 Leonhard
Heinrich Wolf
Heinrich Daniel sen.
Heinrich Daniel jun.
bis 1916
Ernst Schönborn
1917-1942
Mathilde Buchholz
Rudolf Pulch- 1945
H. Brucker �1948
A. Alfs �1954
F. Grenz 1954-1997
Agathe Weyer
1998-2000
Markus Maximilian Jungert